Blutegeltherapie

Blutegel (Hirudo medicinalis) sind wieder zu einem Bestandteil der medizinischen und tiermedizinischen Versorgung geworden. Das Wort „Egel“ stammt von dem griechischen Wort echis = kleine Schlange. Er ist schon lange für seine Heilkräfte berühmt.

Wissenschaft und Pharmaindustrie haben seit langem erkannt, was die Evolution für einen komplexen Wirkstoffcocktail mit dem Blutegelspeichel (Saliva)hervorgebracht hat, der in nahezu genialer Weise in die komplizierte Gerinnungskaskade des Blutes eingreift. Und da Blut in irgendeiner Weise mit allen Erkrankungen zusammenhängt, haben Blutegel durch den Mikroaderlass und die Wirkstoffe im Speichel einen breiten Indikationsbereich.

Die pharmakologischen Stoffe des Blutegelspeichels (Hirudin, Bedelin, Hementin, Orgelase) bewirken:

  • Gerinnungshemmung
  • Viskositätsminderung des Blutes
  • Lymphstrombeschleunigung
  • antithrombotische Wirkung
  • immunisierende Wirkung (abwehrsteigernd)
  • antiphlogistische Wirkung (entzündungshemmend)
  • analgetische Wirkung (schmerzlindernd)

Beim Pferd z.B. akute Erkrankungen wie Hufrehe, traumatisch bedingte Arthritis, Tendinitis, Arthrose, Spat, Podotrochlose, Gonarthrose, Schale, Patellaluxation, Wirbelsäulenerkrankungen, periodische Augenentzündung, Gelenkgallen, Bursitiden
Beim Hund z.B. Arthritis, Arthrose, Hüftgelenkdysplasie (HD), Ellenbogengelenkdysplasie (ED), Patellaluxation, akute Discopathie, Spondylose

Eine besondere Technik ist die „Hirudinopunktur“, bei der Blutegel auf bestimmte Akupunkturpunkte gesetzt werden.

Man benötigt je nach Erkrankung 1 – 5 Behandlungen. Der Zeitraum zwischen den Behandlungen ist ebenfalls abhängig vom jeweiligen Befund.

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  • Zuletzt geändert: vor 22 Monaten
  • von Holger Pannenbäcker